Rainer Dahlem referierte bei der AG60+

Veröffentlicht am 04.01.2011 in Arbeitsgemeinschaften

Baden-Württemberg braucht eine bessere Bildungspolitik!
Gute Bildung ist die Investition in die Zukunft

Mit verständlichen Erläuterungen über die Hintergründe und Ziele, sowie mit gründlicher Wertung der Ergebnisse der „Pisastudien“, beginnt der ehemalige GEW Landesvorsitzende, Rainer Dahlem (Schwaigern), seinen Vortrag bei der SPD AG 60 plus des Landkreises Heilbronn. Dazu fordert er von den verantwortlichen Bildungspolitikern im Bund und Land, nicht nur die Vergleiche zu interpretieren, sondern auch etwas gegen die aufgezeigten Defizite zu tun. Obwohl Baden-Württemberg beim Bundesländervergleich ganz gut abschneidet, sind die Leistungen unserer Schüler im internationalen Vergleich nur „zweite Liga“. Besonders auffällig erscheinen drei Ergebnisse: 1. Die Schere zwischen guten und schlechten Leistungen ist weit offen, es gibt zu wenig Spitzenleute und zu viele erfolglose Schüler. 2. Die soziale Herkunft bestimmt immer noch den Schulerfolg. 3. Besonders betroffen sind Kinder aus Migrantenfamilien. Dann blickt der Referent auf die Situation der „besseren“ Länder und zählt deren Vorteile auf. Dazu gehören z.B. höhere Investitionen in den Elementar- (vorschulischen) und Primärbereich (Schulbeginn), Ganztagesschulen, längeres gemeinsames und individuelles Lernen (statt Auslese), stärkere Eigenverantwortung von Schule und Eltern, und nicht zuletzt der hohe Stellenwert von Schule und Bildung. Rainer Dahlem folgert daraus, auch mit Hinweis auf die Diskussion um Stuttgart 21: „Investitionen in Köpfe sind allemal besser angelegt, als in Beton“. Insgesamt ist seiner Ansicht nach die finnische Bildungsphilosophie, mit höheren Ausgaben und anderen Prioritäten, besser als unser festgefahrenes dreigliedriges Schulsystem, das vor allem auch „ideologisch“ geprägt ist. Seine beispielhaften Forderungen an die Landespolitik sind daher auch entsprechend tiefgreifend: Mehr Geld für Erzieherinnen, kleinere Lerngruppen, längeres gemeinsames Lernen, z. B. an Gemeinschaftsschulen. Am Beispiel der weg brechenden Hauptschulen ist deutlich zu sehen, dass sich das mehrgliedrige Schulsystem überholt hat. Die Politik muss den Schulträgern, Eltern und Schulen mehr Freiheit für Neuerungen geben, um alte Strukturen aufzubrechen. „Fördern statt Sortieren, sowie individuelles Lernen müssen die neue pädagogische Kultur prägen“, so der Referent und „die durch abnehmende Schülerzahlen frei werdenden Ressourcen müssen im Bildungssystem bleiben, damit ist ein Anfang zu mehr Investitionen in Bildung möglich“.
Bei der abschließenden intensiven Diskussion mit dem Referenten wurden noch viele Themen der Bildung behandelt. Vor allem die Erfahrungen der Älteren mit den eigenen Schulzeiten, besonders aber die Erlebnisse mit den Kindern und Enkeln werden ausgetauscht. Sieghart Brenner, der Vorsitzende der AG 60 plus, bedankt sich beim Referenten für den kompetenten, informativen und mit Hinblick auf die Landtagswahl politisch hoch aktuellen Beitrag und die offene Diskussion.

S. Brenner

 

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