„Kurzarbeit auch für Prävention und Rehabilitation in Sachen Gesundheit nutzen“

Veröffentlicht am 01.09.2009 in Bundespolitik

Der Staatssekretär aus dem Arbeitsministerium, Franz Thönnes (MdB), besuchte am gestrigen Dienstag zusammen mit SPD-Bundestagskandidat Thorsten Majer den Betriebsrat von Mann+Hummel in Ludwigsburg für ein informelles Gespräch über die aktuelle Lage. „Wir haben dieses Unternehmen ausgesucht, weil viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus unserem Wahlkreis Neckar-Zaber kommen und weil bei diesen die Themen Kurzarbeit und Betreuungsangebote im Betrieb eine große Rolle spielen“, so der Bundestagskandidat am Rande des Treffens.

Der Betriebsratsvorsitzende Walter Mugler mahnte an, dass die Weiterbildungsmöglichkeiten in der Kurzarbeit bei Weitem nicht in dem Ausmaß genützt werden könnten, wie sich das die Politik vorgestellt hatte. „Eigentlich wollte man den Unternehmen die anteiligen Sozialbeiträge nur bei entsprechender Weiterbildungsmöglichkeit erstatten, hat dieses Druckmittel aber aus der Hand gegeben“, so Mugler. Dass das Ganze auf freiwilliger Basis kein durchschlagender Erfolg sei, sehe man an dem geringen Prozentsatz der Beschäftigten, die in den Genuss der Weiterbildung kommen.

Staatssekretär Thönnes betonte, dass es eine weitere, auch selten ergriffene, Möglichkeit gäbe, die Zeit während der Kurzarbeitphase sinnvoll zu nutzen, nämlich für die gesundheitliche Prävention und Rehabilitation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Hier könne man über verschiedene Modelle der Deutschen Rentenversicherung Sicherheitschecks durchführen und gegebenenfalls stationäre Be-handlung folgen lassen, falls dies notwendig sei. Dieses Vorgehen wäre auch im sonstigen betrieblichen Alltag für alle Beteiligten von Vorteil. Die Gesundheit des Arbeitnehmers stehe dabei zwar selbstverständlich im Vordergrund, aber auch das Unternehmen profitiert schließlich von gesünderen und zufriedeneren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Und sofern damit schlimmere Gesundheits-schäden vermieden werden können, wird es letztendlich auch die Sozialkassen entlasten, so das gemeinsame Fazit der Gesprächspartner.

Weitere Themen des Gesprächs waren die Altersteilzeit, die Rente mit 67 und die Ausbildungssituation vor Ort. Die Weiterführung der Altersteilzeit halten die Betriebsräte für notwendig, da vor allem in der Produktion niemand bis zum 67. Lebensjahr arbeiten kann.

Ein wichtiges Thema für die Betriebsräte bei Mann+Hummel ist auch das Thema Kinderbetreuung. Trotz eines fertigen Konzepts, das eine Kooperation mit externen Betreibern vorsieht, wurden entsprechende Vorstöße von der Geschäftsführung bereits vor der Krise abgeblockt. „Dies ist schade, da Beispiele wie Audi in Neckarsulm eindrucksvoll zeigen, dass entsprechend geförderte Betreuungseinrichtungen kaum Zusatzkosten für das Unternehmen bedeuten, aber dafür einen unbestrittenen Mehrwert für Belegschaft und Unternehmen“, so Bundestagskandidat Majer. Solche Projekte müssten verstärkt angeboten werden. Dies würde zu einer höheren Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen führen und wäre nicht zuletzt aufgrund der angestrebten Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiger Schritt. Das Unternehmen könnte sich so auch besser für den Fachkräftebedarf der Zukunft positionieren.

 

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