Die Renten werden weiter sinken

Veröffentlicht am 13.12.2013 in AG 60plus

Frank Stroh spricht bei den SPD-Senioren zum Thema Altersarmut

VdK-Kreisvorsitzender Stroh befürchtet wachsende Altersarmut

Im Koalitionsvertrag wird zwar herausgestellt, dass der demografische Wandel unsere Alterssicherungssysteme vor besondere Herausforderungen stellt. Doch die geplanten Maßnahmen zur Struktur- und Leistungsanpassung werden nichts daran ändern, dass die Renten für die meisten Erwerbstätigen im Alter sinken werden. Diese Feststellung vermittelte der Kreisvorsitzende des VDK-Sozialverbands Heilbronn, Frank Stroh, den SPD-Senioren der Arbeitsgemeinschaft 60plus des SPD-Kreisverbands Heilbronn-Land.

Wie Stroh darlegte, ist der Sozialverband VdK, der bundesweit 1,6 Millionen Mitglieder zählt und davon 220 000 in Baden-Württemberg und 6300 im Heilbronner Kreisverband, permanent mit Anliegen und Beratungen von Menschen mit sozialen Problemen befasst und versteht sich so auch als sozialpolitisches Sprachrohr.

Eine wachsende Altersarmut erwartet Stroh durch die weitere Absenkung des Rentenniveaus auf 46 Prozent bis 2020 und 43 Prozent bis 2030 eines „Standardrentners“ (mit 45 Beitragsjahren und Durchschnittseinkommen), sowie der laufenden Anhebung des versteuerten Ertragsanteils. Laut Stroh sieht jedoch die Rentenwirklichkeit so aus, dass nur 40 Prozent der Männer und vier Prozent der Frauen solchen Standard erfüllen und auf eine Rente von 1465 bzw. 1097 € kommen. Hingegen betrage die monatliche Durchschnittsrente in Baden-Württemberg (2010) für Männer 1061 € und für Frauen 728 €, gegenüber einer Durchschnittspension von 2500 €.

Wenig verspricht sich Stroh von der Einführung einer „solidarischen Lebensleistungsrente“ durch Aufwertung der erworbenen Rentenentgeltpunkte für 35 bzw. 40 Jahre lang Versicherte (mit bis zu fünf Jahren Arbeitslosigkeit), die keine 30 Punkte erreicht haben (Geringverdienende und Menschen, die Kinder erzogen haben). Ein Erwerbstätiger mit Durchschnittseinkommen (ca30.000 €) brauche 27 Jahre, um eine Rente etwa in Höhe der Grundsicherung von 728 € zu erreichen. Die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente liege sogar noch darunter, so dass Aufstockung angesagt seit. Diese Prozedur werde aber von vielen Berechtigten, insbesondere armen Witwen, nicht wahrgenommen. “Altersarmut ist auch heute schon weiter verbreitet als man denkt“, sagte Stroh. Für das reiche Deutschland sei es ein sozialpolitisches Armutszeugnis, in punkto Rente unter den OECD-Ländern im unteren Drittel zu rangieren.

Von der politisch viel propagierten privaten Altersvorsorge hält Stroh nicht viel. Geringverdienende hätten dazu kaum die Mittel, und für Bessergestellte seien die möglichen Renditen in der aktuellen Finanzmarktsituation recht unzureichend. (Helmut Sauter)

 

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