Die abenteuerliche Wallfahrt des Grafen zu Wildeck

Veröffentlicht am 14.12.2011 in Historisches

Zur weihnachtlichen Einstimmung im Folgenden eine kleine Weihnachts-geschichte über Graf Albrecht von Löwenstein, Herr zu Scharfeneck, der sich in späteren Jahren Graf zu Wildeck nannte und in Abstatt seinen Sitz hatte:

Dieser Graf Albrecht brach im Jahre 1561 zu einer Wallfahrt nach Jerusalem auf. Sie sollte über ein Jahr dauern. Damals herrschte das Osmanische Reich vom Balkan bis nach Ägypten.

Albrecht ging in Venedig am 4. Juli 1561 mit 60 anderen Pilgern an Bord eines Pilgerschiffes und 6 Wochen später in Jaffa (Tel Aviv) wieder an Land. Ihre Route führe über Dubrovnik, Korfu, Kefallinia, Kythira, Heraklion auf Kreta und Zypern nach Jaffa. An Bord war auch eine italienische Nonne, die auf der Pilgerreise allerdings schwanger wurde. Die „Türken und Mohren“, die sie nach Jerusalem bringen sollten, waren betrunken und gingen mit ihren Gästen zunächst sehr unfreundlich um, aber am 24. August ging es auf Eseln nach Ramla und Jerusalem.

Unterwegs wurden sie von den Türken zwar wieder geschlagen, aber sie konnten dann doch alle christlichen Heiligtümer in Jerusalem, in Bethlehem und am Jordan besuchen. Graf Albrecht zog weiter nach Gaza zu den Ruinen des Simson und reiste dann durch die Wüsten von Sinai nach Kairo. Sie wurden unterwegs beraubt und schlecht behandelt, tranken tagelang nur Salzwasser und wurden bei großer Hitze von Ungeziefer geplagt. Nach drei Wochen sahen sie die Pyramiden. Mit dem Griechischen Patriarchen von Kairo, der 120 Jahre alt sein sollte, reisten sie dann zum Katharinenkloster und zu den heiligen Bergen Sinai und Horeb. Dort starb der Reisegefährte David Furtenbach.

Am 21. Dezember waren sie wieder zurück in Kairo und am Heiligen Abend, vor genau 450 Jahren, wurde Albrecht vom venezianischen Konsul in Kairo zu einem sicherlich guten Abendessen eingeladen. Am 2. Weihnachtsfeiertag erhielt er vom Griechischen Patriarchen in Kairo die Bestätigungsurkunde für seine Wallfahrt.

Sie wollten im Januar von Alexandria wieder nach Venedig zurückfahren. Aber in Alexandria wütete die Pest. Sie wurden gefangen genommen, in Eisen gelegt und schließlich nach Kairo wieder zurück gebracht. Wochen später, beim zweiten Versuch, spielte der Wind nicht mit. Beim dritten Versuch klappte es endlich, aber nirgendwo wollte man sie wegen der Pest in Alexandria an Land gehen lassen. Selbst als sie vor Ancona alle 32 Kanonen abfeuerten, wurden sie nicht aufgenommen. Ihr Irrweg endete erst am 16. August 1562 in Venedig.

Die abenteuerliche Reise des Johanniters Graf Albrecht von Löwenstein, war nach über 13 Monaten zu Ende.

aus: Karl Heinz Dähn, 700 Jahre Stadt Löwenstein, 1987, basierend auf Crusius, Schwäbische Chronik II, 1733

 

Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden

SPD Baden-Württemberg

Kreisverband Heilbronn-Land

WebsoziInfo-News

25.05.2019 06:07 Jetzt SPD wählen! Für ein soziales Europa.
Wir wollen das freie, das starke und soziale Europa. Und klar sind wir auch im Kampf gegen Rechts. Die Konservativen sind es nicht. Mit ihrem Europa der Banken und Konzerne haben sie die Rechtspopulisten stark gemacht. Die SPD steht für ein Europa für die Menschen. Wir wollen: …das soziale Europa. Mit Mindestlöhnen, von denen man leben

24.05.2019 13:07 Nach May-Rücktritt: Neuwahlen, keine Hinterzimmer-Deals
Premierministerin Theresa May hat heute ihren Rücktritt angekündigt. Für Fraktionsvize Achim Post ist das ein lange überfälliger Schritt. Der Verhalten der konservativen Partei im Brexit-Prozess sei unwürdig. „Der Rücktritt von Premierministerin May ist überfällig, kommt aber viel zu spät. Mit ihrem nicht enden wollenden Starrsinn hat Theresa May einen politischen Scherbenhaufen angerichtet. Das Brexit-Chaos, das die

21.05.2019 14:18 Strache-Video zeigt: Rechtspopulisten sind Meister der Mauschelei
Für Carsten Schneider zeigen die Enthüllungen in Österreich nur die wahre Haltung der Rechtspopulisten zum Rechtsstaat. Auch in Deutschland habe die AfD endlich ihren eigenen Spendenskandal aufzuklären. „Statt diesen Ausverkauf des Rechtsstaates zu verurteilen, verharmlost die AfD den Vorgang. Jörg Meuthen bewertet das Verhalten des österreichischen Vize-Kanzlers als „singulären Fehltritt“ und kündigt auch für die Zukunft eine enge Zusammenarbeit mit

Ein Service von websozis.info