Die AWO als Träger für Sozial- und Jugendhilfe

Veröffentlicht am 01.07.2013 in AG 60plus

Der Heilbronner Geschäftsführer Burkhardt über Angebote und Geschichte

Bei AWO - Arbeiterwohlfahrt - denken viele Heilbronner vor allem an die Stadtranderholungen für Kinder in dem Mitte der 70er Jahre errichteten AWO-Waldheim beim Jägerhaus, das jedoch leider der Insolvenz des AWO-Kreisverbandes im Jahr 1997 zum Opfer fiel. Nichtsdestoweniger präsentiert sich heute der AWO-Kreisverband Heilbronn als ein professionelles und modernes Sozialunternehmen mit 142 Mitarbeitern, davon 33 „Freiwillige“ (FSJ´ler und Bufdis), das auf verschiedenen Feldern der ambulanten Sozial- und Jugendhilfe tätig ist, wie der Geschäftsführer des AWO-Kreisverbandes Heilbronn, Walter Burkhardt, bei der Arbeitsgemeinschaft 60 plus des SPD-Kreisverbands Heilbronn darlegte.

Burkhardt stellte die verschiedenen Einrichtungen und Angebote der Heilbronner AWO vor, so die umfangreichen Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien, von den drei Kindertagesstätten mit insgesamt sieben Gruppen über diverse ambulante Jugendhilfeangebote bis zur fortgesetzten Kinderstadtranderholung, allerdings bei der TSG Heilbronn in Sontheim. Darüber hinaus gibt es soziale Dienste (Hauswirtschaftliche Hilfen, Familienpflege), verschiedene Eingliederungshilfen, Schuldnerberatung und Seniorentagesstätten (Böckinger Treff) sowie Kooperationen und Partnerschafen mit anderen Sozialverbänden und gesellschaftlichen Institutionen. Künftig will man sich auch dem Thema Inklusion (in einer Kindertagesstätte) annehmen und das ambulante Jugendhilfeangebot ausweiten. Burkhardt: „Die Grundlage unseres Handelns ist geprägt von unseren Grundwerten Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und soziale Gerechtigkeit, wobei wir uns an dem Leitsatz Hilfe zur Selbsthilfe orientieren.“ Die SPD Seniorinnen und Senioren stellten Fragen zu den vielfältigen sozialen Aufgaben und diskutierten gewohnt kritisch-konstruktiv über die hoch aktuellen Themen. Walter Burkhardt gab bei der Vorstellung des AWO-Kreisverbandes auch einen Rückblick auf die AWO-Geschichte, die auch eng mit der SPD verknüpft ist. Als offizieller Gründungstag gilt der 13. Dezember 1919, als der Parteiausschuss der SPD den dem Antrag der SPD-Frauensekretärin und Reichstagsabgeordneten Marie Juchacz auf Gründung eines Hauptausschusses für Arbeiterwohlfahrt zustimmte. Damit wollte man die vielen freiwilligen Helfer/innen der sozialdemokratischen Partei, die sich der durch den Weltkrieg verstärkten Massennot der Arbeiterfamilien annahmen, in einer sozialdemokratischen Hilfsorganisation zusammenfassen. Bereits 1924 gab es über 1200 Ortsausschüsse. Doch all diese wohlfahrtspflegerischen Initiativen wurden von den Nazis 1933 rücksichtslos zerschlagen und Vermögen und Einrichtungen der AWO geraubt. Doch bereits 1946 wurde in Hannover erneut der Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt ins Leben gerufen, diesmal bewusst in politischer und konfessioneller Unabhängigkeit als eigenständiger Verband der Freien Wohlfahrtspflege. Nachdem schon Anfang 1920 die Ortsvereine Böckingen und Heilbronn entstanden waren, gründeten sich nach 1945 sehr schnell auch im Heilbronner Raum wieder neue Ortsvereine, noch unter dem Dach Württembergischer Wohlfahrtsverband, um der allgemein herrschenden Not entgegenzuwirken. Heute zählen zum AWO-Kreisverband Heilbronn zehn Ortsvereine mit 1753 Mitgliedern, die auf ehrenamtlicher Basis aktiv sind, während der Kreisverband wirtschaftlich und rechtlich selbstständig und unternehmerisch aktiv ist. (Helmut Sauter)

 

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